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TU Berlin

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„Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei”, heißt es im 1. Buch Mose 1, 26. Der Mensch ist dazu geneigt, sich diesen göttlichen Imperativ zu eigen zu machen: Er schwingt sich zum Menschenbildner auf und konstruiert ein Ideal zum Menschenbild. Im Streben nach diesem besseren Menschen soll die Ambivalenz menschlichen Seins abgestreift, seine Mangelhaftigkeit und Begrenztheit beseitigt werden: Der Mensch schafft einen Menschen, den Krankheit und Tod nicht mehr heimsuchen und der nicht nur messbar leistungsfähiger, sondern auch moralisch besser sein soll. Das Christentum prophezeit die Neuschöpfung des Menschen im Reich Gottes, welches im Spannungsfeld von Verheißung und Verkündigung mit Christus bereits angefangen hat, aber noch nicht erreicht ist. Wie destruktiv der Mensch als Schöpfer seiner selbst im Diesseits sein kann, zeigen die Diktaturen des 20. Jahrhunderts mit ihren Idealen vom neuen Menschen.

Auch Naturwissenschaft, Technik und Medizin versuchen sich heute mehr denn je im Menschenmachen und scheinen durch ihre Innovationen die Möglichkeit der Verwirklichung des neuen Menschen bis hin zu seiner Unsterblichkeit zu eröffnen. So erkennt der Mensch etwa Risiken und potentielle Krankheiten bereits bei Embryonen und koppelt Schönheit von Faktoren wie Alter und Vererbung ab – entgrenzt der Mensch als Menschenbildner den Menschen?

Menschenbildner sind ebenso in Bildung und Sozialisation am Werk. Der Mensch ist auf Erfahrungsaustausch und Bildung angewiesen, um leben oder einfach nur überleben zu können. Das höchste Ziel der Bildung ist die Überwindung der Fremdbestimmung. Können die heutigen Bildungsinstitutionen angesichts der schleichenden Ökonomisierung dem gerecht werden? Wo liegt dabei die Grenze zwischen der legitimen und erwünschten Förderung menschlicher Potenziale und der Manipulation der menschlichen Natur?

Die Ringvorlesung fragt nach dem allem Handeln impliziten Menschenbild, wo es Menschen beeinflusst, bildet und formt. Welche Menschenbilder leiten uns und wo soll unser Menschenbild Einfluss nehmen? Was ist legitim? Die Ringvorlesung erkundet die Grenzgebiete zwischen Humanismus und Ökonomie, Freiheit und Unmündigkeit, Utopie und Bedrohung, technischem Fortschritt und Entmenschlichung, Bildung und Manipulation, Privatem und Öffentlichem, Individualismus und Gesellschaft, Aufklärung und Verklärung, sowie analoger und digitaler Identität.

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Zeit und Ort

Menschenbild(n)er – Bildung oder Schöpfung
0235 R 294
Ringvorlesung

Dozent: diverse Vortragende

Zeitraum:
29.04.2014 bis 15.07.2014

Di 18:00 - 20:00 Uhr

Ort: Hörsaal C 130

Webseite
Vorlesungsverzeichnis (LSF)

Dateien:

Hinweis:
Veranstaltung des Evangelischen Studienwerks Villigst e. V.

Ansprechperson

Prof. Dr. Andreas Grohmann
Bioanorganische Chemie
Institut für Chemie
Fakultät II – Mathematik und Naturwissenschaften
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